Als Interimsleiter habe ich viele ins Stocken geratene Anlagen- und Bauprojekte begleitet.
Unterschiedliche Anlagen.
Unterschiedliche Branchen.
Doch der Moment der Wahrheit war immer derselbe.
Die Frage lautete auf dem Papier immer:
„Haben wir den richtigen Plan?”
Doch die eigentliche Frage, die niemand laut aussprechen wollte, war:
„Warum kommt das Projekt nicht voran?”
- Denn in der Regel war der Plan in Ordnung.
- Der Zeitplan war logisch.
- Die eingesetzten Tools entsprachen dem Industriestandard.
- Die Mitarbeiter waren technisch versiert.
Was nicht funktionierte, war das Verhalten.
Nicht die Kompetenz im Lebenslauf.
Die Kompetenz im Raum.
Die Teams, die in Schwierigkeiten waren, zeigten jedes Mal die gleichen Muster:
- Sie hörten zu, um zu antworten, nicht, um zu verstehen.
- Sie vermieden Konflikte, um die Dinge „professionell” zu halten.
- Sie warteten auf Erlaubnis, anstatt Verantwortung zu übernehmen.
Keine Methodik konnte das beheben.
Auch eine neue Berichtsebene half nicht.
Die Projekte, die sich erholten, fügten keine Prozesse hinzu.
Sie veränderten die Art und Weise, wie die Menschen miteinander umgingen.
- Die Gespräche wurden direkter.
- Das Zuhören wurde aktiver.
- Meinungsverschiedenheiten traten frühzeitig auf, nicht erst nach drei Monaten.
Und wenn sich Pläne änderten – was immer der Fall ist –, blieben die Führungskräfte ruhig, anstatt in die Defensive zu gehen.
Anpassungsfähigkeit war wichtiger als Gewissheit.
Dann kehrte die Dynamik zurück.
- Entscheidungen wurden umgesetzt.
- Risiken traten früh zutage.
- Die Verantwortung wurde unmissverständlich klar.
Projekte scheitern nicht in Dokumenten.
Sie scheitern in Gesprächen, die nie stattfinden.
Als Interim-Projektmanager und Projektleiter sehen wir das sofort.
Soft Skills zeigen sich nicht als „kulturelle Probleme“.
Sie zeigen sich als Lieferrisiko oder als Lieferhebel.
Sie sind nicht nur „nice to have“.
Sie machen den Unterschied zwischen Teams, die etwas umsetzen, und solchen, die erklären, warum es nicht möglich war.
Interim-Projektleiter übernehmen keine Kultur.
Sie übernehmen jedoch Verhaltensweisen.
Sie übernehmen jedoch Verhaltensweisen.
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