Vor einiger Zeit wurden wir gebeten, ein großes Industrieprojekt mit einem Volumen von weit über 100 Millionen Euro zu prüfen.
Auf dem Papier war alles „unter Kontrolle“. In Wirklichkeit sah es jedoch so aus:
- Der Zeitplan war bereits in Verzug
- Die Auftragnehmer waren nicht aufeinander abgestimmt
- Wesentliche Risiken waren bekannt, wurden aber nicht angegangen
Zu diesem Zeitpunkt lag das Verzögerungsrisiko bereits im zweistelligen Bereich.
Nichts Dramatisches. Keine Krise. Nur eine schleichende Fehlentwicklung.
Bei den ersten Besprechungen fiel uns Folgendes auf:
Alle sahen die Probleme, aber niemand traf Entscheidungen. Stattdessen gab es immer mehr
Alles vernünftig. Alles logisch. Aber diese Maßnahmen waren wirkungslos.
Das Kernproblem war nicht ein Mangel an Informationen.
Es war das Zögern.
An einem Punkt unterbrachen wir die Diskussion und trafen innerhalb von 48 Stunden 3 Entscheidungen:
- Klärung der Zuständigkeiten
- Neufestlegung der Schnittstellen zu Auftragnehmern
- Eskalation von zwei bekannten Risiken, die seit Wochen ungelöst waren
Das waren unangenehme Entscheidungen, aber notwendige.
Innerhalb weniger Wochen stabilisierte sich das Projekt.
Nicht, weil wir neue Tools eingeführt hatten.
Sondern weil wir Verzögerungen beseitigt hatten.
Das haben wir wiederholt in der Energie-, Chemie-, Zellstoff- und Papier- sowie in der Prozessindustrie beobachtet.
Große Projekte scheitern nicht über Nacht.
Sie zerfallen, wenn Entscheidungen aufgeschoben werden.
Je höher die Investition, desto teurer wird dieser Zerfall.
Den meisten Unternehmen mangelt es nicht an Einsicht.
Es fehlt ihnen die Bereitschaft, frühzeitig zu handeln.
👉 Wo hat Zögern Ihrer Erfahrung nach am meisten gekostet – in Bezug auf Zeit, Geld oder Glaubwürdigkeit?
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