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Vor vier Jahren habe ich ein Foto aus Saudi-Arabien gepostet.

 

In dieser persönlichen Reflexion teilt der Geschäftsführer von PM&C Project Management and Consulting Erkenntnisse aus dem Leben auf internationalen Projektbaustellen:

 

Ein Baucontainer.

Ein erschöpfter Projektleiter, der sich von Kaffee und Adrenalin über Wasser hält.

Und ein Kamel, das durch das Fenster schaut.

 

Damals dachte ich, es sei nur eine weitere Anekdote aus dem Projektalltag.

 

Heute ist mir klar, dass darin etwas viel Größeres zum Ausdruck kam.

 

Denn hinter großen Industrieprojekten stehen Menschen, deren Leben die meisten Menschen nie zu Gesicht bekommen.

  • Wecker um 4:30 Uhr morgens.
  • 14-Stunden-Arbeitstage.
  • 45-minütige Busfahrten zur Baustelle.
  • Fensterlose Büros.
  • Endlose Besprechungen.
  • Druck von allen Seiten.
  • Kalter Kaffee.
  • Staub.
  • Hitze.
  • Und das seltsame Gefühl, körperlich irgendwo präsent zu sein – während man gedanklich Tausende von Kilometern entfernt bei seiner Familie und seinen Freunden lebt.

Die Menschen sehen die fertige Chemiefabrik.

Die erfolgreiche Inbetriebnahme.

Die Produktionszahlen.

 

Aber niemand sieht den Expat, der nach einem weiteren anstrengenden Tag um 20 Uhr allein in einer Wohnanlage Nudeln isst.

 

Niemand sieht den Ingenieur, dem Geburtstage, Jahrestage und das normale Leben zu Hause fehlen.

 

Niemand spricht über die Einsamkeit, die internationale Projekte oft mit sich bringen.

 

Und doch schaffen diese Projekte auch etwas Außergewöhnliches.

  • Man lernt Demut.
  • Anpassungsfähigkeit.
  • Geduld.
  • Belastbarkeit.

Man lernt, mit Menschen aus verschiedenen Kulturen, mit unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlicher Mentalität zusammenzuarbeiten.

 

Und man erkennt etwas sehr Wichtiges:

Bei Projekten geht es nie nur um Technik.

Es geht um Menschen.

 

Ein Satz aus meinem alten Beitrag bringt es immer noch perfekt auf den Punkt:

„Zahlen und Daten erklären vieles, aber nicht alles.“

 

Der wahre Projektstatus wurde oft besprochen:

  • In Raucherbereichen.
  • Während der Busfahrt.
  • Bei einem Kaffee spät in der Nacht.
  • In fünf ehrlichen Minuten zwischen zwei erschöpften Kollegen.

Nicht in PowerPoint-Präsentationen.

 

Wenn ich nach vier Jahren zurückblicke, kann ich ehrlich sagen:

Die Arbeit im Ausland als Expat verändert einen.

 

Nicht nur als Projektmanager, Ingenieur, Techniker, Bediener, Vorarbeiter, Spezialist, Projektleiter oder Arbeiter – es verändert dich als Mensch.

 

Denn internationale Projekte bauen nicht nur Anlagen.

Sie formen Menschen.

 

Deshalb finden Menschen aus anspruchsvollen Projekten oft Jahre später wieder zueinander – über verschiedene Unternehmen, Länder und Rollen hinweg.

Nicht, weil die Projekte einfach waren.

Oft genau das Gegenteil.

 

Sondern weil Druck etwas sehr Wertvolles offenbart:

  • Wer ruhig bleibt.
  • Wer Verantwortung übernimmt.
  • Wer andere unterstützt.
  • Wem man wirklich vertrauen kann, wenn es schwierig wird.

Industrieprojekte sind vorübergehend.

Aber das Vertrauen, das in ihnen aufgebaut wird, ist es oft nicht.

 

Und ja, ich erinnere mich noch an das Kamel, das in meinen Bürocontainer schaute, als ob es den „Wahnsinn des Projektlebens“ besser verstanden hätte als wir. 😉

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